Collage mit essbaren Pilzen an Holz und im Gartenboden.

Essbare Pilze im Garten ansiedeln – was möglich ist

Pilze ernten, ohne in den Wald zu gehen Wer einen Garten hat, hat mehr Möglichkeiten zum Pilzeernten als die meisten denken. Schon mit einem alten Baumstumpf, einem Strohballen oder ein bisschen frischem Holzhäcksel lassen sich essbare Pilze dauerhaft im eigenen Garten ansiedeln – und das auf Flächen, die sonst kaum nutzbar wären. Im Schatten unter Bäumen, an feuchten Ecken, hinter der Hecke – genau dort, wo nichts anderes wächst, gedeihen Pilze am besten.

Was möglich ist – und was nicht Wer Steinpilze, Pfifferlinge oder Maronen im eigenen Garten ernten möchte, braucht viel Geduld und etwas Glück. Diese Mykorrhiza-Pilze leben in enger Symbiose mit lebenden Baumwurzeln – ohne den richtigen Baum am richtigen Ort kein Pilz. Anzusiedeln sind sie theoretisch möglich, aber sehr unzuverlässig. Für eine zuverlässige, planbare Ernte eignen sich sogenannte Saprobiont-Pilze – sie ernähren sich von totem organischen Material und sind deshalb gezielt anzusiedeln. Austernpilze, Shiitake, Kräuterseitlinge, Stockschwämmchen, Braunkappen, Judasohr und Nameko sind die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe – alle lassen sich mit käuflicher Pilzbrut zuverlässig im Garten kultivieren.

Standort – je schattiger und feuchter, desto besser Der ideale Pilzstandort im Garten ist das genaue Gegenteil eines guten Gemüsebeetes: schattig, windgeschützt, gleichmäßig feucht. Eine Ecke unter Laubbäumen, der feuchte Bereich hinter der Hecke, der Nordseite des Hauses – Orte, an denen kaum etwas gedeiht, sind für Pilze oft ideal. Das macht Pilze zur perfekten Ergänzung für Gärten mit schattigen Problemzonen. Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad sind optimal – im Hochsommer brauchen die Kulturen besonders regelmäßige Feuchtigkeit.

Methode 1 – Baumstumpf impfen Wer einen frisch gefällten Laubbaum hat oder einen alten Baumstumpf im Garten, hat das beste denkbare Substrat. Das Holz sollte nicht älter als vier bis fünf Monate sein – mit der Zeit werden die Nährstoffe für den Pilz immer weniger. Laubholz wie Buche, Eiche, Birke, Ahorn, Kirsche oder Apfel eignet sich hervorragend. Nadelholz mit seinem hohen Harzanteil ist für die meisten Pilzarten ungeeignet. Den Stamm vor dem Impfen 24 Stunden wässern. Dann mit einem acht Millimeter Bohrer Löcher im Schachbrettmuster über den gesamten Stamm verteilen – jeweils etwa drei bis vier Zentimeter tief. Pilzdübel einschlagen und die Löcher mit Siegelwachs oder Baumwachs verschließen – das schützt das Myzel vor Austrocknung und Konkurrenz durch andere Pilze. Stamm an den schattigen Standort bringen, etwa ein Drittel bis zur Hälfte in die Erde eingraben – Erdkontakt ist für die meisten Sorten wichtig, da die Erde Feuchtigkeit liefert und reguliert. Shiitake ist die Ausnahme – er braucht keinen Erdkontakt und wird liegend oder lehnend aufgestellt.

Methode 2 – Strohballen besiedeln Strohballen sind das schnellste Substrat für essbare Pilze im Garten. Austernpilze besiedeln Stroh besonders gern und schnell – schon nach vier bis acht Wochen erscheinen die ersten Fruchtkörper. Den Strohballen gründlich wässern und abtropfen lassen, dann Pilzbrut gleichmäßig einarbeiten. An den schattigen Standort bringen und während der Anwachsphase feucht halten. Frischer Strohballen ist wichtig – zersetzter Strohballen enthält keine ausreichenden Nährstoffe mehr für das Myzelwachstum.

Methode 3 – Braunkappen auf Holzhäcksel Braunkappen – auch Kulturträuschlinge genannt – sind eine der faszinierendsten Sorten für den Garten. Sie wachsen auf frischen Holzhäckseln aus Laubholz, die flächig ausgebracht werden – zehn bis fünfzehn Zentimeter dick. Mit Pilzbrut beimpfen und gleichmäßig feucht halten. Braunkappen fruchten besonders gern in der Nähe von Laubbäumen und liefern auf einmal gepflegten Flächen jahrelang zuverlässig Pilze. Sie sind außerdem eine der dekorativsten Speisepilzsorten – mit kastanienbraunem Hut und festem Fleisch eine echte Delikatesse.

Der Hauptfeind im Pilzgarten – Schnecken Schnecken lieben genau dieselben Bedingungen wie Pilze – feucht, schattig, mild. Und sie lieben Pilze als Nahrung noch mehr. Wer keine Schneckenabwehr betreibt, findet seine Fruchtkörper oft angefressen, bevor er sie ernten kann. Kupferbänder um den Stamm, Schneckenzäune oder das regelmäßige Absammeln in den Abendstunden sind die wirksamsten Maßnahmen. Der CopperShield Kupferband eignet sich gut als Schutz um Baumstämme und Pilzbeete – Schnecken meiden Kupfer zuverlässig.

Ernte – rechtzeitig und regelmäßig Pilze sollten geerntet werden, bevor der Hut sich vollständig öffnet und die Lamellen nach unten biegen – dann ist das Aroma am intensivsten und die Haltbarkeit am besten. Frisch geerntete Pilze halten sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Wer mehr erntet als verbraucht wird, trocknet die Pilze – Scheiben auf einem Backblech bei 50 Grad mit leicht geöffneter Ofentür, bis sie vollständig trocken und knisterig sind. Getrocknete Pilze in luftdichten Gläsern sind bis zu einem Jahr haltbar und intensiver im Aroma als frische.

Fazit Essbare Pilze im Garten anzusiedeln ist eines der lohnendsten und ungewöhnlichsten Gartenprojekte – mit minimalem Aufwand, auf Flächen die sonst brachliegen, und einer Ernte, die nichts mit dem Supermarkt zu vergleichen ist. Wer einmal einen selbst geimpften Baumstamm fruchten sieht, begreift, was im eigenen Garten noch alles möglich ist.

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