Selbst angebaut, selbst getrocknet Wer Kräuter auf dem Balkon oder im Garten anbaut, steht irgendwann vor der Frage: Was tun mit der Ernte, wenn mehr da ist als verbraucht werden kann? Die Antwort ist einfach – trocknen. Getrocknete Kräuter halten bis zu einem Jahr und behalten dabei einen Großteil ihres Aromas. Und der Aufwand ist geringer als viele denken.
Den richtigen Zeitpunkt erwischen Der Erntezeitpunkt entscheidet über die Qualität. Kräuter sollten möglichst kurz vor der Blüte geerntet werden – dann ist die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten. Am besten vormittags ernten, wenn der Tau abgetrocknet ist. Kräuter vor dem Trocknen möglichst nicht waschen – das verlängert die Trocknungszeit und schadet dem Aroma. Stattdessen einfach kräftig ausschütteln, um Staub und Erdreste zu entfernen.
Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen? Robuste, holzige Kräuter trocknen am besten: Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Majoran und Lavendel sind ideal. Oregano und Majoran entwickeln nach dem Trocknen sogar ein intensiveres Aroma als frisch. Zarte Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie eignen sich weniger gut zum Trocknen – sie verlieren dabei viel Aroma. Diese besser einfrieren: einfach zerkleinern, in einer Eiswürfelform mit Wasser auffüllen und einfrieren – portionsgerecht und lange haltbar.
Die einfachste Methode: Lufttrocknung Kräuter zu kleinen Bündeln binden und kopfüber an einem schattigen, trockenen und gut belüfteten Ort aufhängen – auf dem Dachboden, in der Vorratskammer oder einem überdachten Balkon. Direkte Sonne vermeiden, da dabei ätherische Öle verloren gehen. Nach etwa einer bis zwei Wochen sind die Bündel durchgetrocknet. Der Stoff Pflanzkübel FoldBloom eignet sich übrigens gut für den Anbau von Kräutern auf dem Balkon – aus dem eigenen Kübel direkt in die Trocknung.
Schneller trocknen: Backofen oder Dörrgerät Wer es schneller mag, trocknet Kräuter im Backofen bei maximal 40 bis 50 Grad – Ofentür einen Spalt offen lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Das dauert etwa zwei bis drei Stunden. Im Dörrgerät bei maximal 40 Grad sind Kräuter schonend und gleichmäßig getrocknet – die beste Methode, wenn regelmäßig größere Mengen verarbeitet werden.
Richtig lagern – für möglichst langes Aroma Nach dem Trocknen Blätter von den Stielen abstreifen und in dunkle, luftdichte Gläser oder Dosen füllen. Behälter mit Namen und Datum beschriften. Kühl, dunkel und trocken gelagert halten getrocknete Kräuter bis zu einem Jahr. Tipp: Kräuter erst beim Kochen zwischen den Fingern zerreiben – so entfaltet sich das volle Aroma direkt in der Pfanne.
Fazit Kräuter trocknen ist eine der einfachsten Methoden, die Ernte aus dem eigenen Garten oder Balkon das ganze Jahr über zu nutzen. Wer den richtigen Zeitpunkt für die Ernte kennt und auf gute Lagerung achtet, hat lange Freude an selbst getrockneten Gewürzen.