Innerhalb einer Woche vom Samen zum Teller Kresse ist das pflegeleichteste und schnellste Kraut, das man anbauen kann – keine andere Pflanze liefert so schnell ein Ergebnis. Wer montags sät, kann sonntags ernten. Kein Garten nötig, kein besonderes Werkzeug, keine besonderen Kenntnisse – Kresse funktioniert immer, für jeden, zu jeder Jahreszeit. Kein Wunder, dass sie oft die erste Gärtnererfahrung im Leben vieler Menschen ist.
Sorten – drei sind es wert zu kennen Die bekannteste und unkomplizierteste ist die Gartenkresse – mild-scharf im Geschmack, rasant im Wuchs, ideal für Anfänger und Kinder. Brunnenkresse ist aromatischer und etwas intensiver im Geschmack, bevorzugt feuchtere Bedingungen und braucht etwas mehr Aufmerksamkeit. Kapuzinerkresse ist eigentlich eine vollwertige Gartenpflanze – ihre Blüten und Blätter sind essbar und schmecken angenehm pfeffrig, sie braucht aber deutlich mehr Platz als die anderen beiden. Wer zum ersten Mal Kresse anbaut, fängt mit Gartenkresse an.
Auf der Fensterbank – ganz ohne Erde Das Besondere an Kresse: Sie braucht keine Erde. Watte, Küchenpapier, Zellstoff oder einfach ein feuchter Teller reichen vollständig aus – die Pflanze braucht nur Feuchtigkeit, Licht und etwas Wärme. Flache Schale oder Teller vorbereiten, Küchenpapier oder Watte hineingeben und gleichmäßig anfeuchten. Kressesamen dicht und gleichmäßig aufstreuen – als Lichtkeimer nicht mit Erde bedecken, nur leicht andrücken. Schale an einen hellen Platz auf der Fensterbank stellen – kein direkt pralle Sonne, halbschattig bis hell ist ideal. Täglich mit einer Sprühflasche befeuchten – die Unterlage soll immer leicht feucht, nie nass sein. Staunässe führt schnell zu Schimmelbildung, deshalb kein stehendes Wasser. Die Drucksprühflasche SprayForce eignet sich gut für die tägliche, gleichmäßige Bewässerung direkt auf die Samen.
Im Garten – als Direktsaat und Zwischenkultur Im Garten kann Kresse ab April direkt ins Freiland gesät werden – Reihenabstand etwa 15 bis 20 Zentimeter, Samen nur leicht andrücken, nicht bedecken. Der Standort sollte halbschattig bis sonnig, aber nicht zu heiß sein – bei starker Hitze und Trockenheit schießt Kresse schnell in die Höhe, bildet kaum Blätter und blüht ab. Kresse eignet sich hervorragend als Zwischenkultur: einfach in leere Beetlücken säen, nach der Hauptkultur sofort neu einsäen. Weil sie so schnell wächst und geerntet wird, ist sie immer dort nützlich, wo kurzfristig Platz entsteht.
Ernten – einmal und fertig Kresse treibt nach der Ernte nicht neu aus – der Wachstumspunkt liegt direkt unter den Blättern und wird beim Abschneiden mit entfernt. Das bedeutet: einmal ernten, dann neu säen. Wer kontinuierlich frische Kresse möchte, sät alle fünf bis sieben Tage eine neue Schale – so hat man immer eine erntefertige Charge. Erntereif ist Kresse ab etwa sieben bis zehn Zentimetern Höhe, wenn die ersten echten Blätter erscheinen. Einfach mit einer Schere knapp über der Unterlage abschneiden. Frisch gegessen schmeckt sie am besten – beim Einfrieren oder Trocknen verliert Kresse fast ihr gesamtes Aroma.
Der Kressetest – nützlicher Nebeneffekt Wer wissen möchte, ob sein Boden oder Kompost gesund ist, kann einen einfachen Kressetest machen: je eine Schale mit der fraglichen Erde und eine mit unbedenklicher Gartenerde bepflanzen und beobachten. Keimt die Kresse in der Testerde schlechter, gelb oder gar nicht – ein klares Hinweiszeichen auf Schadstoffe oder unreifen Kompost.
Fazit Kresse anbauen ist der einfachste Einstieg ins Gärtnern – und einer der befriedigendsten. Wer regelmäßig nachsät, hat das ganze Jahr über frisches, würziges Grün – ohne Garten, ohne großen Aufwand und ohne Wartezeit.
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