Blumen schneiden, die man selbst gepflanzt hat – ein anderes Gefühl Ein selbst gebundener Strauß aus dem eigenen Garten ist etwas grundlegend anderes als ein in Folie gewickelter Supermarktstrauß. Er duftet anders, sieht anders aus – und er ist ein direktes Ergebnis der eigenen Gartenarbeit. Wer einmal einen Strauß Dahlien, Zinnien oder Cosmeen selbst geschnitten hat, richtet im nächsten Jahr garantiert ein eigenes Schnittblumenbeet ein.
Was eine gute Schnittblume ausmacht Nicht jede Gartenblume eignet sich als Schnittblume. Entscheidend sind drei Eigenschaften: ein langer, stabiler Stiel, der das Gewicht der Blüte trägt und in der Vase steht. Eine gute Haltbarkeit nach dem Schnitt – mindestens fünf bis sieben Tage. Und eine Blütezeit, die gestaffelt und lang ist – wer nur einen einzigen Blütenmonat hat, füllt damit selten regelmäßig die Vase.
Die besten Sorten für Anfänger Dahlien sind die produktivsten Schnittblumen überhaupt – je mehr geschnitten wird, desto mehr neue Knospen bildet die Pflanze. Von Juli bis zum ersten Frost liefern sie kontinuierlich Blüten in unzähligen Farben und Formen. Knollen vermehren sich jedes Jahr und werden nach dem Frost ausgegraben und trocken überwintert. Zinnien sind die unkompliziertesten Einjährigen für das Schnittblumenbeet – direkt ins Freiland gesät, blühen sie von Juli bis Oktober in leuchtenden Farben und produzieren bei regelmäßigem Schnitt unermüdlich neue Blüten. Cosmeen wachsen schlank und leicht, blühen zart und federleicht in Rosa, Weiß und Pink und machen in jedem Strauß eine gute Figur – einfach aus Samen, pflegeleicht und selbstaussäend. Löwenmäulchen sind frühe Blüher, die schon ab Mai Farbe liefern, lange in der Vase halten und sich hervorragend mit anderen Sorten kombinieren lassen. Wicken duften intensiv, ranken bezaubernd und sind in Sträußen kaum zu ersetzen – als Einjährige direkt im Frühjahr ins Freiland säen, so früh wie möglich. Sonnenblumen sind der Klassiker unter den Sommerblumen – wer kompakte, verzweigte Sorten wählt statt der klassischen Einstiel-Riesen, hat mehrere Wochen lang immer neue Blüten zum Schneiden.
Mehrjährige Ergänzungen – einmal pflanzen, jahrelang ernten Wer nicht jedes Jahr neu aussäen möchte, ergänzt das Schnittblumenbeet mit Stauden. Phlox blüht satt und duftend, hält fünf bis sieben Tage in der Vase und kommt zuverlässig Jahr für Jahr. Margeriten sind unkompliziert und luftig-leicht im Strauß. Rosen sind der Klassiker schlechthin – wer sie schon im Garten hat, schneidet halbgeöffnete Knospen für die Vase. Schafgarbe trocknet hervorragend und füllt Sträuße strukturgebend.
Wann und wie richtig schneiden Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist früh morgens – dann sind die Stiele mit Wasser gefüllt und die Blüten frisch. Blüten schneiden, wenn sie sich gerade öffnen, noch nicht voll aufgeblüht – in der Vase entfalten sie sich dann noch. Immer schräg schneiden, damit die Wasseraufnahme gut funktioniert. Sofort in einen Eimer mit Wasser stellen, nicht an der Sonne liegen lassen. Blätter, die ins Wasser hängen würden, vorher entfernen – sie faulen und verschmutzen das Wasser. Die Gartenhandschuhe TouchLeaf eignen sich gut für die feinfühlige Schnittblumenernte am frühen Morgen.
Haltbarkeit in der Vase verlängern Wasser jeden zweiten Tag wechseln und Stiele dabei neu anschneiden. Vase vorher gründlich reinigen – alte Bakterienbeläge verkürzen die Haltbarkeit erheblich. Vase nicht in die Nähe von Obstschalen stellen – reifes Obst gibt das Gas Ethylen ab, das Blüten schneller altern lässt. Kein direktes Sonnenlicht, keine Zugluft, kein Heizungsnähe – ein kühler, heller Platz verlängert die Haltbarkeit am stärksten.
Klein anfangen – drei Quadratmeter reichen Wer kein großes Beet hat, braucht keines. Schon auf drei Quadratmetern Schnittblumenbeet lässt sich bei geschickter Sortenauswahl jede Woche ein frischer Strauß schneiden. Einjährige und Dahlien auf engem Raum kombinieren, gestaffelt aussäen, regelmäßig ernten – das System ist einfach und lohnt sich schon im ersten Jahr.
Fazit Ein kleines Schnittblumenbeet ist eine der befriedigendsten Ergänzungen für jeden Garten – mit wenig Aufwand, viel Freude und dem guten Gefühl, den eigenen Strauß selbst gebunden zu haben.