Mehr Leben in den Garten bringen Vögel im Garten sind mehr als schöne Begleiter – sie fressen Schädlinge, bestäuben Blüten und beleben den Garten auf eine Weise, die kaum eine Pflanze ersetzen kann. Wer ein paar einfache Maßnahmen umsetzt, macht seinen Garten oder Balkon schnell zu einem attraktiven Lebensraum für heimische Vogelarten.
Nistkästen – wann und wie anbringen Natürliche Brutplätze werden immer seltener – alte Bäume mit Höhlen, Mauerritzen und Dachgiebel verschwinden zunehmend. Nistkästen sind eine einfache und wirkungsvolle Hilfe. Der beste Zeitpunkt zum Anbringen ist der Herbst – so können Vögel die Kästen bereits als Winterquartier kennenlernen und kehren im Frühjahr gerne zur Brut zurück. Die Höhe sollte mindestens 1,5 bis 2 Meter betragen, der Standort ruhig und für Katzen schwer erreichbar sein. Die Einflugöffnung am besten in Richtung Ost oder Südost ausrichten – so ist der Kasten vor Regen und Mittagssonne geschützt. Wichtig: Den Nistkasten nie selbst mit Nistmaterial füllen – Vögel bauen ihr Nest lieber selbst.
Futterstellen – das richtige Futter zur richtigen Zeit Im Winter und Spätwinter haben es Standvögel am schwersten – wenn Schnee die Nahrungssuche erschwert, sind Futterstellen eine echte Hilfe. Ab November täglich befüllen, damit Vögel die Stelle kennenlernen. Körnerfresser wie Spatzen oder Buchfinken freuen sich über Sonnenblumenkerne und Hirse, Weichfutterfresser wie Rotkehlchen oder Amseln über Haferflocken, Rosinen und weiches Obst. Wichtig: Futterstellen regelmäßig mit heißem Wasser reinigen – Schimmel und Bakterien übertragen sich schnell. In der Brutzeit ab März das Futter umstellen – fettreiches Winterfutter darf nicht in die Schnäbel der Jungvögel gelangen.
Wasserstellen – das ganze Jahr über wichtig Wasser ist für Vögel genauso wichtig wie Futter – zum Trinken und Baden. Eine flache Schale mit sauberem Wasser reicht völlig aus. Täglich reinigen und auffüllen, damit keine Keime entstehen. Im Winter bei Frost regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf mit lauwarmem Wasser auftauen – niemals kochendes Wasser verwenden. Die Wasserstelle etwas abseits der Futterstelle aufstellen, damit sie nicht mit Futterresten verunreinigt wird.
Den Garten vogelfreundlich gestalten Nistkästen, Futter und Wasser sind gut – aber der nachhaltigste Beitrag ist eine naturnahe Gartengestaltung. Heimische Sträucher wie Holunder, Weißdorn oder Hagebutte liefern Beeren als natürliche Nahrung. Eine wilde Ecke mit Brennnesseln, Totholz oder einem Reisighaufen bietet Unterschlupf und Nahrung für Insekten – die wiederum für Vögel unverzichtbar sind. Wer seinen Rasen durch eine Wildblumenwiese ergänzt, fördert Insekten und damit die natürliche Vogelnahrung.
Fazit Vögel im Garten zu fördern braucht weder viel Platz noch großen Aufwand. Ein Nistkasten im Herbst, eine saubere Futterstelle im Winter und eine flache Wasserstelle das ganze Jahr über – das reicht schon aus, um den eigenen Garten für viele heimische Vogelarten attraktiv zu machen.