Bohnenkraut anbauen mit Aussaat, Standort, Ernte und Verwendung in der Küche in einer magazinartigen Bildcollage.

Bohnenkraut anbauen – das vergessene Küchenkraut

Bohnen ohne Bohnenkraut? Geht eigentlich nicht. Bohnenkraut ist eines der ältesten Küchenkräuter Europas – und eines der am meisten unterschätzten. Schon die Römer nutzten es zum Würzen und Kochen, im Mittelalter war es in keinem Kräutergarten wegzudenken. Heute ist es weitgehend in Vergessenheit geraten – dabei gehört es neben Basilikum, Oregano, Thymian und Rosmarin zu den klassischen Kräutern der Provence und macht schwerverdauliche Gerichte bekömmlicher.

Sommer oder Winter – zwei Arten, eine Entscheidung Es gibt zwei wesentliche Bohnenkrautarten, die sich für den Anbau eignen. Sommerbohnenkraut ist einjährig, wächst buschig bis etwa 40 Zentimeter hoch und hat ein zartes, leicht pfeffriges Aroma – ideal für den frischen Einsatz in der Küche. Es muss jedes Jahr neu gesät werden. Winterbohnenkraut ist mehrjährig, etwas robuster im Wuchs und kräftiger im Geschmack – wer es einmal gepflanzt hat, erntet jahrelang. Wer beide Arten anbaut, hat das ganze Jahr Bohnenkraut griffbereit.

Standort – sonnig, warm, mager Bohnenkraut stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt Verhältnisse, die das widerspiegeln: vollsonnig, warm, windgeschützt. Der Boden sollte locker, gut durchlässig und mäßig bis nährstoffarm sein – zu reiche Erde fördert Blattwachstum auf Kosten des Aromas. Kalkhaltiger Boden ist ideal, bei schwerem Lehm Sand einarbeiten. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.

Aussaat und Pflanzung Bohnenkraut ist ein Lichtkeimer – Samen nur ganz leicht mit Erde bedecken oder mit etwas Sand bestreuen, nicht tief eingraben. Direktsaat ins Freiland ab Mai möglich, Vorziehen ab März auf der Fensterbank. Abstand zwischen den Pflanzen: Sommerbohnenkraut etwa 25 Zentimeter, Winterbohnenkraut etwa 40 Zentimeter – zu eng gesät bildet es mehr Stängel als Blätter. Wer nicht warten möchte, greift zu fertigen Jungpflanzen aus dem Gartencenter. Der Pflanzbohrer PlantDrill hilft dabei, gleichmäßige Pflanzabstände schnell und präzise vorzubereiten.

Gießen und Düngen – Zurückhaltung ist Trumpf Eingewurzeltes Bohnenkraut verträgt Trockenheit deutlich besser als Nässe – im Freiland reicht Regenwasser in der Regel vollständig aus. Im Topf erst gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist, und immer bodennah gießen, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Dünger braucht Bohnenkraut kaum – eine Kompostgabe zu Saisonbeginn reicht. Im Topf alle sechs bis acht Wochen eine kleine Gabe organischen Kräuterdüngers.

Ernten – kurz vor der Blüte am besten Das Aroma ist am intensivsten kurz vor der Blüte zwischen Juli und Oktober. Stängelweise ernten, nie kahl schneiden. Ein Rückschnitt auf etwa zehn Zentimeter vor der Blüte regt einen zweiten Austrieb an. Wer ganze Stängel in Suppen oder Eintöpfen mitköchelt, sollte sie vor dem Servieren entfernen – Bohnenkraut wird beim langen Kochen intensiver, kann aber schnell zu bitter werden. Die Gartenhandschuhe TouchLeaf eignen sich gut für die feinfühlige Ernte aromatischer Triebe.

Nützlicher Nachbar im Beet Bohnenkraut und Bohnen sind eines der bekanntesten Mischkultur-Paare: Die ätherischen Öle des Bohnenkrauts sollen die Schwarze Bohnenlaus fernhalten und gleichzeitig den Geschmack der Bohnen verbessern. Auch Zwiebeln, Rote Bete, Erdbeeren und Kohlarten profitieren von Bohnenkraut als Nachbar. Nicht direkt neben Basilikum oder Liebstöckel pflanzen – sie hemmen sich gegenseitig.

Fazit Bohnenkraut anbauen ist einfacher als gedacht – und lohnenswerter als erwartet. Wer es einmal frisch in der Küche verwendet hat, versteht, warum es jahrhundertelang aus keinem Garten wegzudenken war.

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