Kletterrose pflanzen und pflegen mit Pflanzen, Standortwahl, Rückschnitt und Rankhilfe in einer natürlichen Garten-Collage.

Kletterrose pflanzen und pflegen – Tipps für Anfänger

Romantik, die jahrelang blüht Kaum eine Pflanze verwandelt einen Garten so dramatisch wie eine Kletterrose – ein üppig bewachsener Rosenbogen, eine blühende Fassade oder eine duftende Pergola sind Gartenbilder, die lange im Gedächtnis bleiben. Wer ein paar wichtige Grundregeln kennt, hat mit Kletterrosen überraschend wenig Aufwand – und dafür umso mehr Blütenpracht.

Climber oder Rambler – der wichtige Unterschied Wer eine Kletterrose kaufen möchte, stößt schnell auf zwei Begriffe: Climber und Rambler. Climber sind die modernen, öfterblühenden Kletterrosen – sie blühen mindestens zweimal im Jahr, von Juni bis Juli und nochmals von August bis in den Herbst. Sie wachsen kompakter und bilden ein stabiles Grundgerüst aus festen Trieben. Rambler sind die wilden, einmalblühenden Schlingrosen – sie blühen nur einmal, dafür oft in überwältigender Fülle, und können in kurzer Zeit zehn Meter und mehr erreichen. Rambler brauchen kaum Schnitt und sind ideal für große Strukturen wie alte Bäume, Pergolen oder weitläufige Zäune. Wer noch nicht weiß, was er will: Für den durchschnittlichen Hausgarten sind Climber die unkompliziertere Wahl.

Standort – sonnig, luftig, mit guter Rankhilfe Kletterrosen bevorzugen einen hellen, windexponierten Standort – gute Luftzirkulation ist entscheidend, damit Blätter nach Regen schnell abtrocknen und Pilzkrankheiten weniger Chancen haben. Ideale Lagen sind Südost oder Südwest – volle Mittagssonne ist nicht nötig. Der Boden sollte tiefgründig, nährstoffreich, humos und gut durchlässig sein. Eine stabile Rankhilfe – Rosenbogen, Rankgitter, Pergola oder Fassadenspalier – muss vor dem Einpflanzen stehen. Das Spalier mindestens acht Zentimeter von der Wand montieren, damit Luft zirkulieren kann. Die Pflanzenbinder PlantFlex eignen sich gut zum schonenden Anbinden der Triebe an die Rankhilfe – flexibel genug, um den Trieb nicht einzuschnüren.

Pflanzen – richtig tief und mit Abstand Die Veredlungsstelle – die verdickte Stelle zwischen Wurzel und Trieben – sollte etwa fünf bis zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Kletterrosen nicht direkt an die Rankhilfe setzen, sondern mit etwas Abstand leicht schräg darauf zu einpflanzen – kleine Sorten etwa 50 Zentimeter, große Sorten und Rambler 70 bis 90 Zentimeter. Wo vorher bereits eine Rose stand, unbedingt die Erde großzügig austauschen – Rosen mögen keine Vorbelastung im Boden. Pflanzzeit ist Herbst oder Frühjahr, Containerrosen können das ganze Jahr gepflanzt werden. Die Gartenhandschuhe DornGuard sind beim Einpflanzen und Anbinden unverzichtbar – Dornen sind auch an jungen Trieben bereits schmerzhaft.

Triebe waagerecht anbinden – das Geheimnis üppiger Blüte Der wichtigste Trick bei Kletterrosen: Triebe möglichst waagerecht oder fächerförmig anbinden, nicht senkrecht nach oben führen. Senkrecht geführte Triebe blühen fast nur an der Spitze – waagerecht geführte Triebe bilden entlang des gesamten Astes blühende Seitentriebe. Das Ergebnis ist eine deutlich gleichmäßigere, üppigere Blüte von unten bis oben. Im ersten und zweiten Jahr die Pflanze in Ruhe wachsen lassen – keine langen Triebe abschneiden, sondern gezielt an die Rankhilfe leiten.

Schneiden – je nach Sorte unterschiedlich Beim Schnitt ist die wichtigste Frage: Climber oder Rambler? Climber werden zweimal im Jahr geschnitten – im Frühjahr zwischen März und April, wenn die Forsythie blüht, und nach der ersten Blüte im Sommer. Im Frühjahr etwa die Hälfte der Seitentriebe auf drei bis vier Augen einkürzen, krankes und totes Holz entfernen, Wildtriebe direkt an der Basis abschneiden. Im Sommer verblühte Seitentriebe zurückschneiden – das regt die Rose zur zweiten Blüte an. Rambler brauchen die ersten fünf bis sechs Jahre kaum Schnitt – lange Triebe werden gebunden, nicht gekürzt. Danach alte Triebe bodennah entfernen und verblühte Seitentriebe um zwei Drittel zurückschneiden.

Düngen und gießen Kletterrosen sind Starkzehrer – zweimal im Jahr organischen Rosendünger geben: einmal im April beim Austrieb und einmal nach dem ersten Sommerschnitt. Ab Ende Juli keinen Stickstoffdünger mehr – neue Triebe würden nicht mehr ausreifen und beim Frost Schaden nehmen. Gießen direkt an die Wurzel, nie über die Blätter – feuchtes Laub fördert Pilzkrankheiten. Eingewurzelte Rosen kommen mit ein bis zwei Mal Gießen pro Woche gut aus.

Überwinterung Kletterrosen im Freiland überstehen deutsche Winter in der Regel gut. Junge Pflanzen im ersten Winter mit einer Mulchschicht aus Rindenmulch um den Wurzelbereich schützen. Kübelpflanzen an die Hauswand stellen und den Topf mit Jutesack umwickeln.

Fazit Kletterrosen sind keine schwierigen Pflanzen – sie brauchen nur den richtigen Standort, eine stabile Rankhilfe und das Wissen, wie und wann geschnitten wird. Wer das einmal verstanden hat, hat jahrelang eine der schönsten Pflanzen im Garten.

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