Oregano kennt jeder – Majoran kaum noch Majoran und Oregano sind eng verwandt, werden oft verwechselt und doch sind sie grundverschieden. Oregano ist herb, robust und winterhart – Majoran ist feiner, süßlicher und wärmeliebender. In der deutschen Küche hat Majoran eine jahrhundertelange Tradition als Wurstkraut, in der mediterranen Küche würzt er Eintöpfe, Kartoffelgerichte und herzhafte Aufläufe. Wer ihn einmal frisch selbst geerntet hat, versteht, warum getrockneter Majoran aus dem Supermarkt damit kaum mithalten kann.
Standort – vollsonnig, warm, durchlässig Majoran stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und macht keinen Hehl daraus: Er braucht so viel Sonne wie möglich – mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich. Je wärmer und sonniger der Standort, desto aromatischer die Ernte. Der Boden sollte locker, durchlässig und mäßig nährstoffreich sein – Staunässe ist der größte Feind. Wer schweren Lehmboden hat, arbeitet Sand und etwas Kompost ein. An einer Südwand oder in einem windgeschützten Eckplatz fühlt sich Majoran am wohlsten.
Aussaat – Lichtkeimer und Vorkultur ab März Majoran ist ein Lichtkeimer – die Samen nicht mit Erde bedecken, nur leicht andrücken oder mit feinem Sand bestreuen. Ab März kann auf der hellen Fensterbank vorgezogen werden, Keimtemperatur etwa 16 bis 20 Grad, Keimdauer zehn bis fünfzehn Tage. Direktsaat ins Freiland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai – zu früh gesäter Majoran reagiert empfindlich auf Kälte und kommt kaum voran. Pflanzabstand im Beet etwa 25 mal 30 Zentimeter. Der Pflanzbohrer PlantDrill hilft, gleichmäßige Pflanzabstände schnell vorzubereiten.
Gießen und Düngen – Zurückhaltung zahlt sich aus Eingewurzelter Majoran verträgt Trockenheit gut und braucht im Freiland kaum extra Wasser – Regenwasser reicht in der Regel aus. Im Topf erst gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist, und immer bodennah gießen. Dünger braucht Majoran kaum – eine kleine Kompostgabe im Frühjahr reicht im Beet vollständig. Im Topf alle sechs bis acht Wochen eine sparsame Gabe organischen Kräuterdüngers. Wer zu viel düngt, fördert zwar das Blattwachstum, schwächt aber das Aroma erheblich.
Ernten – kurz vor der Blüte am intensivsten Das Aroma ist am stärksten kurz vor oder mit Beginn der Blüte zwischen Juli und September – dann sind die ätherischen Öle in höchster Konzentration. Am besten morgens ernten, wenn der Tau abgetrocknet ist. Stängel bodennah abschneiden oder einzelne Blattspitzen von den Trieben abstreifen. Wer die Blüten stehen lässt, freut sich über einen echten Insektenmagneten – Majoranblüten locken Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge in Scharen an.
Haltbar machen – trocknen oder einfrieren Majoran eignet sich hervorragend zum Trocknen – anders als viele andere Kräuter bewahrt er dabei sein Aroma gut. Stängel bündeln und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen, nach ein bis zwei Wochen trocken und dunkel lagern. Wer lieber einfriert: Blätter von den Stängeln streifen, in Eiswürfelformen einfrieren – fertige Portionen für Suppen und Eintöpfe das ganze Jahr.
Einjährig oder mehrjährig? In Deutschland wird Majoran meist einjährig kultiviert – er ist nur bedingt winterhart und übersteht strenge Winter im Freiland kaum. Wer ihn als mehrjährige Pflanze erhalten möchte, holt den Topf vor dem ersten Frost an einen kühlen, hellen Ort ins Haus – etwa fünf bis zehn Grad sind ideal. Im Frühjahr nach den Eisheiligen wieder nach draußen. Standort jedes Jahr wechseln – Majoran verträgt sich nicht gut mit sich selbst und büßt nach mehreren Jahren am gleichen Platz an Vitalität und Aroma ein.
Fazit Majoran anbauen ist einfacher als sein Ruf – wer ihm Sonne, durchlässige Erde und sparsame Bewässerung gibt, erntet von Juli bis September ein Kraut, das getrockneten Supermarkt-Majoran geschmacklich weit hinter sich lässt.