Spinat der armen Leute – und trotzdem besser als sein Ruf Mangold ist in deutschen Küchen noch immer selten – dabei ist er eines der pflegeleichtesten, produktivsten und optisch attraktivsten Gemüse, das man anbauen kann. In Italien, auf dem Balkan und in der Schweiz gehört er zum festen Küchenrepertoire. Wer ihn einmal selbst angebaut und frisch verarbeitet hat, versteht schnell, warum er dort so beliebt ist.
Blattmangold oder Stielmangold – zwei Typen, zwei Verwendungen Wer Mangold anbauen möchte, trifft zuerst eine Entscheidung zwischen zwei Typen. Blattmangold – auch Schnittmangold genannt – hat schmale Stiele und viel Blattmasse, die sich wie Spinat verwenden lässt: gedünstet, in Suppen, roh im Salat, für Quiche und Gratin. Stielmangold bildet dicke, fleischige Stiele in Weiß, Rot, Gelb oder Orange – der Stiel kann wie Spargel, die Blätter wie Spinat verarbeitet werden. Wer beides ausprobieren möchte, wählt eine Regenbogen-Mischung aus mehrfarbigen Sorten – optisch ein echter Blickfang im Beet und auf dem Teller.
Standort und Boden – sonnig bis halbschattig, humos Mangold kommt mit vielen Bedingungen zurecht, wächst aber am besten an einem sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Er ist ein Tiefwurzler – der Boden sollte locker, tiefgründig, humusreich und gut durchlässig sein. Vor der Aussaat großzügig Kompost einarbeiten. Im Hochbeet ist Mangold eine besonders dankbare Kultur – nährstoffreiche Erde, gute Drainage und ausreichend Tiefe machen ihn dort besonders produktiv. Fruchtfolge beachten: an einem Standort, der in den letzten drei bis fünf Jahren mit Spinat, Roter Bete oder Mangold bepflanzt war, lieber nicht aussäen.
Aussaat – ab April direkt ins Freiland Direktsaat von April bis Juni, Saattiefe etwa zwei Zentimeter, Reihenabstand etwa 40 Zentimeter. Wer früher starten möchte, zieht ab Mitte Februar auf der Fensterbank vor und pflanzt nach den letzten Frösten ins Beet. Nach dem Auflaufen vereinzeln – zu eng stehende Pflanzen entwickeln dünne Stiele und bekommen leichter Mehltau. Pflanzabstand im Beet mindestens 30 bis 40 Zentimeter. Wer im August bis September noch einmal winterharte Sorten sät, kann bis in den Winter hinein und im nächsten Frühjahr erneut ernten. Der Pflanzbohrer PlantDrill hilft dabei, gleichmäßige Saatrillen und Pflanzabstände schnell vorzubereiten.
Gießen und Düngen – gleichmäßig und maßvoll Mangold braucht gleichmäßige Feuchtigkeit – trockene Phasen machen die Stiele holzig und die Blätter zäh. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Bodenfeuchtigkeit und spart Gießarbeit. Als Mittelzehrer braucht Mangold keine starke Düngung – eine Kompostgabe vor der Aussaat und bei Bedarf eine Gabe Hornspäne während der Saison reichen vollständig. Zu viel Stickstoff fördert zwar das Blattwachstum, reichert aber auch Nitrat in der Pflanze an – maßvolle Düngung ist hier die richtige Strategie.
Ernten – von außen nach innen, immer blattweise Mangold ist acht bis zwölf Wochen nach der Aussaat erntereif – ab etwa Juni. Der wichtigste Grundsatz: immer die äußeren, großen Blätter abernten und das Herzblatt stehen lassen. So treibt die Pflanze kontinuierlich neue Blätter nach und liefert bis zum ersten Frost – und bei winterharten Sorten noch länger – immer wieder frische Ernte. Kleine, junge Blätter schmecken zarter und süßlicher als große – letztere haben ein intensiveres, leicht erdiges Aroma. Frisch geernteter Mangold hält sich im Kühlschrank in ein feuchtes Tuch eingewickelt etwa zwei Tage – Stielmangold etwas länger. Wer größere Mengen haltbar machen möchte, blanchiert kurz und friert ein – so ist er bis zu einem Jahr haltbar.
Überwinterung – mit Vlies kein Problem Winterharte Sorten mit weißen Stielen überstehen leichte Fröste ohne Schutz. Bei Kahlfrost ein Vlies über die Pflanzen legen – das genügt in den meisten Regionen. Im Frühjahr treibt Mangold nochmals aus und liefert eine frühe zweite Ernte, bevor er in die Blüte schießt.
Fazit Mangold anbauen ist ideal für alle, die ein zuverlässiges, pflegeleichtes Blattgemüse mit langer Erntesaison suchen. Mit der richtigen Sorte und blattweiser Ernte hat man von Juni bis in den Herbst – manchmal bis in den Winter – immer frisches Grün griffbereit.