Schwarze Johannisbeeren am Strauch mit einer Hand bei der Ernte.

Schwarze Johannisbeere anbauen – robust und aromatisch

Das heimische Superfood im eigenen Garten Schwarze Johannisbeeren sind in deutschen Gärten seltener als ihre roten Schwestern – dabei haben sie mehr zu bieten. Ihr Vitamin-C-Gehalt übertrifft den von Zitronen deutlich, ihre Anthocyane wirken entzündungshemmend und antioxidativ, und ihr intensives, herb-süßes Aroma macht sie in der Küche unvergleichlich. Wer einmal selbst geerntete schwarze Johannisbeeren zu Gelee, Saft oder Likör verarbeitet hat, versteht, warum sie in manchen Ländern Cassis heißen – und dort als Delikatesse gelten.

Standort – sonnig bis halbschattig, windgeschützt Schwarze Johannisbeeren wachsen an sonnigen wie halbschattigen Standorten – je mehr Sonne, desto größer und süßer die Beeren. Im Gegensatz zu roten Sorten vertragen sie etwas mehr Schatten. Windgeschützte Standorte sind ideal, da die frühen Blüten im April und Mai sehr empfindlich auf Spätfröste und Wind reagieren – verrieseln die Blüten, bleibt die Ernte klein. Der Boden sollte humos, gleichmäßig feucht und nährstoffreich sein, mit einem leicht sauren pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Als Flachwurzler braucht die schwarze Johannisbeere keinen tiefgründigen Boden – dafür aber regelmäßige Wasserzufuhr, da sie Trockenheit empfindlicher aufnimmt als tiefwurzelnde Sträucher.

Pflanzen – tiefer als im Topf Beste Pflanzzeit ist der Herbst zwischen Oktober und November – der Strauch wurzelt über den Winter gut ein und treibt im Frühjahr kräftig aus. Containerpflanzen können das gesamte Jahr gesetzt werden. Der wichtigste Trick: Schwarze Johannisbeeren eine ganze Handbreite tiefer pflanzen als sie im Topf standen – so entstehen aus dem Wurzelstock viele neue Triebe, die die Erntebasis bilden. Pflanzabstand zwischen den Sträuchern mindestens 150 bis 200 Zentimeter – schwarze Johannisbeeren werden bis zu zwei Meter hoch und breit. Direkt nach dem Einpflanzen einen Pflanzschnitt vornehmen – alle Triebe bis auf fünf bis sechs kräftige auf die Hälfte zurückschneiden. Das klingt radikal, regt aber den Neuaustrieb an und bildet das Fundament für einen ertragreichen Strauch.

Zwei Sorten sind besser als eine Schwarze Johannisbeeren sind zwar selbstfruchtbar – wer aber zwei verschiedene Sorten nebeneinander pflanzt, steigert den Ertrag deutlich durch gegenseitige Befruchtung. Bewährt haben sich mehltauresistente Sorten wie Titania, Ometa und Bona – sie sind robust, ertragreich und kaum anfällig für die häufigsten Krankheiten.

Gießen und Mulchen – als Flachwurzler wichtiger als bei anderen Sträuchern Da die Wurzeln flach liegen, trocknen sie bei Hitze und Trockenheit schnell aus. Regelmäßig gießen – besonders in der Blütezeit und während der Fruchtreife. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub unter dem Strauch hält die Feuchtigkeit, kühlt den Boden und versorgt ihn gleichzeitig mit Nährstoffen. Eine Kompostgabe im Frühjahr beim Austrieb und eine im Herbst nach der Ernte reichen als Düngung vollständig aus.

Schneiden – einfacher als bei roten Sorten Schwarze Johannisbeeren tragen ihre besten Früchte an einjährigen Ruten – das macht den Schnitt einfacher als bei roten Sorten. Nach der Ernte alle abgeernteten Triebe, die älter als drei Jahre sind – erkennbar an dunkler, knorriger Rinde – bodennah herausschneiden. Neue, junge Triebe stehen lassen und nur leicht einkürzen. Ziel ist ein Strauch mit etwa sieben bis zehn Haupttrieben unterschiedlichen Alters – so trägt er jedes Jahr zuverlässig. Wer nach der Ernte keine Zeit hat, holt den Schnitt im Winter vor dem Austrieb nach. Die Gartenhandschuhe DornGuard schützen beim Schnittwerk zuverlässig – die Triebe der Johannisbeere können bei älterem Holz überraschend widerspenstig sein.

Ernte – von Ende Juni bis Mitte Juli Ab Ende Juni reifen die ersten schwarzen Beeren – je nach Sorte bis in den August hinein. Ein wichtiger Tipp: Nicht sofort ernten, wenn die Beeren schwarz sind. Sie entwickeln ihr volles Aroma erst, wenn sie noch einige Tage am Zweig hängen. Nur an trockenen Tagen ernten – feuchte Früchte verderben schnell. Ganze Rispen abschneiden und danach von den Stielen streifen. Frisch geerntete Beeren halten sich im Kühlschrank einige Tage – wer mehr hat, friert sie ein oder verarbeitet sie sofort zu Gelee, Saft, Marmelade oder Sirup.

Fazit Schwarze Johannisbeeren anbauen lohnt sich für jeden, der ein gesundes, robustes und ertragsreiches Beerengehölz sucht. Einmal gut gepflanzt und regelmäßig geschnitten, liefert ein einziger Strauch jedes Jahr kiloweise aromatische Beeren – mit deutlich mehr Vitamin C als jede Zitrusfrucht aus dem Supermarkt.

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