Wasserpflanzen für den Gartenteich – die besten Sorten
Ein Gartenteich ohne Pflanzen ist ein Wasserbecken. Erst die Bepflanzung macht ihn zum lebendigen Ökosystem – sie reguliert die Wasserqualität, verdrängt Algen, bietet Lebensraum für Insekten, Frösche und Libellen und sorgt dafür, dass das Wasser klar bleibt, ohne dass man ständig eingreifen muss. Welche Pflanzen in welchen Bereich gehören und was wirklich funktioniert – darum geht es hier.
Die vier Zonen des Gartenteichs
Ein Gartenteich hat unterschiedliche Tiefenzonen, und jede braucht andere Pflanzen. Die Flachwasserzone am Rand ist zehn bis dreißig Zentimeter tief und der artenreichste Bereich – hier wachsen die meisten Sumpf- und Röhrichtpflanzen. Die Unterwasserzone liegt tiefer und ist der Lebensraum für Unterwasserpflanzen, die das Wasser mit Sauerstoff versorgen. Die Schwimmblattpflanzen wie Seerosen wurzeln am Boden und legen ihre Blätter auf die Oberfläche. Und der Uferbereich außerhalb des Wassers bietet Platz für feuchtigkeitsliebende Stauden, die den Übergang zum Garten gestalten.
Seerosen – das Herzstück
Keine Pflanze steht so sehr für den Gartenteich wie die Seerose. Sie beschattet die Wasseroberfläche, entzieht dem Wasser Nährstoffe und macht damit Algen das Leben schwer. Als Faustregel gilt: Seerosen sollten etwa die Hälfte der Wasseroberfläche bedecken – mehr schattiert zu stark, weniger lässt zu viel Licht ans Wasser. Für kleine Teiche ab fünfzig Zentimeter Tiefe eignen sich Zwerg-Seerosen wie Nymphaea pygmaea – sie bleiben kompakt und überfordern den Teich nicht. Mittelgroße Teiche vertragen Sorten wie Nymphaea Marliacea Chromatella mit cremefarbenen Blüten oder die klassische weiße Nymphaea alba. Wichtig beim Kauf: immer die angegebene Wassertiefe beachten – eine Tiefwasser-Seerose in dreißig Zentimeter Tiefe gesetzt geht ein.
Unterwasserpflanzen – die stillen Arbeiter
Unterwasserpflanzen sind unsichtbar und unverzichtbar. Sie produzieren Sauerstoff, entziehen dem Wasser Nährstoffe und nehmen damit Algen die Grundlage. Ohne sie kippt auch ein gut bepflanzter Teich früher oder später. Das Hornblatt – Ceratophyllum demersum – ist die pflegeleichteste Unterwasserpflanze überhaupt: Sie wurzelt nicht, treibt frei im Wasser und ist vollständig winterhart. Die Wasserpest – Elodea canadensis – ist ähnlich effektiv, breitet sich aber stark aus und sollte kontrolliert werden. Tausendblatt – Myriophyllum – ist feinteilig und dekorativ und bietet gleichzeitig idealen Laichplatz für Frösche und Molche.
Röhricht und Sumpfpflanzen – Struktur am Rand
Die Flachwasserzone ist der sichtbarste und gestalterisch interessanteste Bereich. Der Schilfrohrschwingel – Glyceria maxima – wächst aufrecht und strukturiert, ist aber ausbreitungsfreudig und sollte in einem Pflanzkorb gehalten werden. Der Igelkolben – Sparganium erectum – ist kompakter und bietet Vögeln und Insekten idealen Lebensraum. Die Sumpfschwertlilie – Iris pseudacorus – blüht im Mai und Juni leuchtend gelb und ist eine der schönsten einheimischen Wasserpflanzen. Für kleinere Teiche eignet sich der Wasserminze – Mentha aquatica – besonders gut: Sie bleibt kompakt, duftet aromatisch und ist eine wichtige Nektarquelle für Insekten. Der Froschlöffel – Alisma plantago-aquatica – ist ebenfalls empfehlenswert: pflegeleicht, einheimisch und mit zarten weißen Blüten von Juni bis August.
Schwimmpflanzen ohne Wurzeln
Froschbiss – Hydrocharis morsus-ranae – ist eine der hübschesten einheimischen Schwimmpflanzen: kleine runde Blätter, weiße Blüten, völlig pflegeleicht. Er treibt frei an der Oberfläche, sinkt im Herbst auf den Grund und treibt im Frühjahr wieder auf – vollständig winterhart. Die Wasserhyazinthe – Eichhornia crassipes – ist optisch spektakulär mit violetten Blüten, aber nicht winterhart und muss jedes Jahr neu gekauft oder drinnen überwintert werden. Der Wasserhahnenfuß – Ranunculus aquatilis – wächst teils unter, teils über Wasser und blüht weiß – eine der wertvollsten einheimischen Wasserpflanzen für das Teichwasser.
Was man beim Einsetzen beachten sollte
Pflanzen für den Teich werden am besten in Pflanzkörbe gesetzt, die mit speziellem Teicherde befüllt sind – keine normale Gartenerde, die würde das Wasser sofort trüben und zu viele Nährstoffe abgeben. Die Körbe erlauben außerdem eine einfache Kontrolle und Rückschnitt ohne den ganzen Teich umzugraben. Aggressive Ausbreiter wie Schilf oder Rohrkolben unbedingt im Korb halten – sonst übernehmen sie den gesamten Teich innerhalb weniger Jahre. Neu eingesetzte Pflanzen brauchen eine Eingewöhnungszeit von zwei bis vier Wochen, bevor sie sichtbar wachsen – Geduld ist hier wichtiger als Nachhelfen.
Ein lebendiger Teich braucht kein Eingreifen
Wer seinen Gartenteich richtig bepflanzt, hat kaum Arbeit damit. Das Gleichgewicht aus Unterwasserpflanzen, Schwimmblattpflanzen und Sumpfpflanzen reguliert sich weitgehend selbst – Algen haben wenig Chance, das Wasser bleibt klar, und der Teich entwickelt sich von Jahr zu Jahr zum reichhaltigeren Lebensraum. Einmal im Jahr, am besten im Frühjahr, überwuchernde Pflanzen zurückschneiden und abgestorbenes Material aus dem Wasser entfernen – das reicht.
Gartenteich bepflanzen – welche Pflanzen ins Wasser gehören