Titel: Holunder – Ernte, Verarbeitung und Tipps für den Garten
Der unterschätzte Star im Garten Holunder ist eine der vielseitigsten Pflanzen, die man im Garten haben kann – und gleichzeitig eine der am meisten unterschätzten. Im Frühsommer duftende Blütendolden für Sirup und Gelee, im Spätsommer vitaminreiche Beeren für Saft und Marmelade. Dazu pflegeleicht, winterhart und wertvoll für Insekten und Vögel gleichermaßen.
Standort und Pflanzung Holunder ist anspruchslos – er wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten, kommt mit fast jedem Boden zurecht und verträgt auch längere Trockenperioden, sobald er eingewurzelt ist. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Ein Pflanzloch doppelt so groß wie der Wurzelballen ausheben, mit etwas Kompost anreichern und gut angießen. Wichtig: Holunder wird groß – ausgewachsene Sträucher erreichen bis zu sieben Meter Höhe und sechs Meter Breite. Wer wenig Platz hat, greift zu kompakten Zuchtsorten wie dem Säulenholunder für kleine Gärten und Terrassen.
Blüten ernten – von Mai bis Juli Die Blütendolden erscheinen je nach Standort von Ende Mai bis Anfang Juli. Immer an einem trockenen Vormittag ernten, wenn der Morgentau abgetrocknet ist – dann ist das Aroma am intensivsten. Ganze Dolden mit vollständig geöffneten Blüten abschneiden und locker in einen Korb legen – nie in Plastiktüten, da die empfindlichen Blüten schnell verderben. Vor der Verarbeitung sanft ausschütteln, um Insekten zu entfernen. Wer die Blüten nicht sofort verarbeitet, kann sie auf einem Tablett vorfrieren und dann einfrieren – so sind sie bis zu einem Jahr haltbar. Wichtig: Wer die Dolden für Sirup erntet, bekommt dort keine Beeren mehr – wer beides möchte, braucht mehrere Sträucher.
Beeren ernten – August bis September Die Beeren reifen ab August und sind fertig zur Ernte, wenn sie blauschwarz gefärbt sind. Immer ganze Dolden abschneiden und die Beeren danach mit einer Gabel von den Stielen streifen. Beim Ernten dunkle Kleidung tragen – der Saft der Beeren färbt stark und lässt sich kaum auswaschen. Die Gartenhandschuhe DornGuard schützen die Hände zuverlässig beim Schneiden und Ernten.
Wichtiger Hinweis: Beeren nie roh essen Rohe Holunderbeeren enthalten den schwach giftigen Pflanzenstoff Sambunigrin – er wird erst durch Erhitzen auf mindestens 80 Grad Celsius abgebaut. Beeren daher immer einkochen, zu Saft oder Gelee verarbeiten – nie roh verzehren. Holunderblüten sind dagegen unbedenklich.
Verarbeitung – was sich aus Blüten und Beeren machen lässt Aus den Blüten entstehen klassischerweise Holunderblütensirup, Gelee, Tee oder der panierte Holunderküchlein. Aus den Beeren lassen sich Holundersaft, Marmelade, Gelee, Likör oder Wein herstellen. Wer den Sirup selbst macht, hat die Basis für den beliebten Sommercocktail Hugo – Sirup, Sekt, Minze und Mineralwasser.
Schnitt und Pflege Holunder braucht kaum Pflege – ein Auslichten einmal im Jahr reicht vollständig aus. Abgetragene Triebe nach der Ernte im Herbst stark zurückschneiden, zehn bis zwölf kräftige Jungtriebe stehen lassen – an diesen wachsen im nächsten Jahr wieder Blüten und Beeren. Holunder blüht nur am zweijährigen Holz – wer zu stark zurückschneidet, hat im nächsten Jahr keine Ernte.
Fazit Wer einen Holunderstrauch im Garten hat, profitiert zweimal im Jahr: erst von den duftenden Blüten, dann von den vitaminreichen Beeren. Mit wenig Pflegeaufwand und großem Ertrag ist Holunder eine der lohnendsten Entscheidungen für naturnahe Gärten.