Collage mit Wurmfarm, Regenwürmern, Küchenabfällen und fertigem Wurmhumus.

Regenwurm-Kompost – Wurmfarm selbst bauen und nutzen

Der beste Dünger der Welt – hergestellt von einem halben Liter Würmern Wurmhumus ist das konzentrierteste, nährstoffreichste und bodenfreundlichste Düngemittel, das es gibt – besser als jeder Kompost, besser als jeder organische Fertigdünger. Wer eine Wurmfarm betreibt, hat dauerhaft kostenlosen Spitzendünger und entsorgt gleichzeitig Küchenabfälle sinnvoll. Das Faszinierende: Das gesamte System braucht kaum Platz, macht keinen Geruch und funktioniert im Keller genauso gut wie auf dem Balkon.

Kompostwurm oder Regenwurm – ein wichtiger Unterschied Für eine Wurmfarm braucht man keine gewöhnlichen Regenwürmer aus dem Garten. Diese sogenannten Tauwürmer graben sich tief in den Boden und sind für die flache, intensive Kompostierung in einer Kiste ungeeignet. Kompostwürmer – vor allem die Art Eisenia foetida, auch Roter Wurm oder Mistwurm genannt – leben in der Nähe der Oberfläche, verarbeiten organisches Material in rasantem Tempo und vermehren sich in der Kiste von selbst. Ein Kompostwurm frisst täglich etwa die Hälfte seines Körpergewichts und verwandelt es in hochwertigen Humus. Ab 500 Würmern – erhältlich online oder bei Wurmfarmen – lässt sich eine funktionierende Anlage aufbauen.

Die einfachste Bauform – zwei Kisten, ein System Wer eine Wurmfarm selbst bauen möchte, braucht keine Werkstatt. Zwei stabile Kunststoffkisten gleicher Größe reichen vollständig aus – eine mit Löchern im Boden als obere Futterkiste, eine ohne Löcher als untere Auffangwanne für die Flüssigkeit. Die obere Kiste sitzt auf der unteren – Abstand durch kleine Klötzchen oder umgekehrte Blumentöpfe schaffen. Alternativ nimmt man eine handelsübliche Mehrstufenwurmfarm – sie kostet zwischen 40 und 100 Euro und funktioniert nach demselben Prinzip, ist aber praktischer in der Humusernte.

Die Einrichtung – Schritt für Schritt In die obere Kiste zunächst feuchtes, zerrissenes Zeitungspapier oder Karton als erste Lage legen – etwa drei bis vier Zentimeter, leicht angefeuchtet aber nicht triefend nass. Darüber eine dünne Schicht Gartenerde. Dann die Kompostwürmer einsetzen und mit etwas Futter bedecken. Abdecken mit einem feuchten Jute- oder Filztuch – das hält die Feuchtigkeit und hält Fruchtfliegen fern. Deckel drauf, dunkel stellen, Temperatur zwischen zehn und 30 Grad halten. Im Winter darf die Kiste nicht im Freien stehen – Keller, Garage oder Balkon-Innenseite sind ideal.

Was rein darf – und was nicht Kompostwürmer fressen fast alles Organische aus der Küche: Obst- und Gemüseschalen, Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel ohne Metallklammer, altes Brot, Haferflocken, Eierschalen, Servietten und zerrissener Karton. Nicht geeignet sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Zwiebeln, Knoblauch, Zitrusschalen in großen Mengen und stark gewürzte Speisereste – sie säuern das System, locken Schädlinge an oder werden von den Würmern gemieden. Je kleiner das Futter zerkleinert ist, desto schneller wird es verarbeitet.

Feuchtigkeit – der wichtigste Pflegefaktor Die Würmer brauchen ein gleichmäßig feuchtes Milieu – sie atmen über die Haut und trocknen bei zu wenig Feuchtigkeit schnell aus. Die Erde sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm – feucht, aber kein stehendes Wasser. Zu viel Feuchtigkeit führt zu Staunässe und Sauerstoffmangel, was die Würmer schwächt oder tötet. Wer regelmäßig feuchten Karton oder Zeitungspapier zufügt, reguliert die Feuchtigkeit automatisch.

Der Wurmtee – flüssiges Gold für die Pflanzen Die untere Auffangwanne sammelt die Flüssigkeit, die aus der oberen Kiste abtropft – den sogenannten Wurmtee. Diese Flüssigkeit ist reich an Nährstoffen und Mikroorganismen und ein außergewöhnlich wirksamer Flüssigdünger. Vor der Anwendung immer im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen – unverdünnt kann er Wurzeln verbrennen. Die Drucksprühflasche SprayForce eignet sich gut für die gleichmäßige Ausbringung des verdünnten Wurmtees direkt an der Wurzel.

Den Humus ernten – alle drei Monate Nach etwa drei Monaten ist der erste Wurmhumus erntereif – er sieht aus wie tiefschwarze, krümelige Erde und riecht angenehm nach Waldboden. Um ihn wurmfrei zu ernten, hört man auf einer Seite der Kiste mit dem Füttern auf und füttert nur noch auf der anderen Seite. Die Würmer wandern automatisch dorthin, wo das Futter ist – nach etwa vier Wochen ist die unbefütterte Seite nahezu wurmfrei und der Humus kann entnommen werden. Als Dünger reicht eine dünne Schicht von zwei bis fünf Zentimetern – er ist deutlich konzentrierter als normaler Kompost und braucht keine großen Mengen.

Warum Wurmhumus besser ist als normaler Kompost Wurmhumus enthält mehr Phosphor, Kalzium, Magnesium und Stickstoff als klassischer Gartenkompost – und das in einer Form, die Pflanzen direkt aufnehmen können. Dazu kommen Enzyme, Huminsäuren und Millionen von Mikroorganismen, darunter das Bakterium Pseudomonas fluorescens, das Pilzkrankheiten im Boden hemmt. Die Nährstoffe sind an Ton-Humus-Komplexe gebunden – das bedeutet, sie werden langsam und gleichmäßig freigesetzt, eine Überdüngung ist praktisch ausgeschlossen.

Fazit Eine Wurmfarm ist das kompakteste, effizienteste und faszinierendste Kompostiersystem, das es gibt – für Wohnung, Balkon und Garten gleichermaßen geeignet. Wer einmal zugeschaut hat, wie aus Kaffeesatz und Gemüseschalen in wenigen Monaten tiefschwarzer Humus wird, betrachtet Küchenabfälle nie wieder als Müll.

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